In der Anfangsphase wird nicht genügend Impfstoff für einen flächendeckenden Einsatz vorliegen. Deswegen wird eine Reihenfolge für die Impfungen festgelegt. Menschen, bei denen das Risiko eines schweren oder tödlichen Verlaufs einer COVID-19-Erkrankung hoch ist, sowie Menschen, die aus beruflichen Gründen eine hohe Ansteckungsgefahr oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben, sollen auf freiwilliger Basis zuerst geimpft werden. Die festgelegte Reihenfolge wird auch bei den zweiten Impfungen beibehalten.

Demnach soll die Impfung zunächst Personen über 80 sowie Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden, da diese besonders gefährdet sind. Gleichzeitig empfiehlt die STIKO die Impfung medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege.

In einem zweiten Schritt soll die Impfung der gesamten Bevölkerung offen stehen.

Priorisierungsgruppen (Stand: 07.01.2021):
Höchste Priorität
  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (v.a. Onkologie und Transplantationsmedizin)
Hohe Priorität
  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Eine enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen über 70-Jährigen und von Personen mit Trisomie 21, von Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung und von Personen mit einer Organtransplantation
  • Eine enge Kontaktperson von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und Ärztinnen und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patient:innenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind
Erhöhte Priorität
  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in der Bundeswehr, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel, in Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation tätig sind
  • Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

 

Bei zunehmender, aber weiterhin begrenzter Impfstoffverfügbarkeit sollen weitere von der STIKO definierte Personengruppen mit besonderen Risiken vorrangig geimpft werden. Die STIKO-Empfehlung setzt sich aus der allgemeinen Impfempfehlung und einer Empfehlung zur Priorisierung zusammen. Die Priorisierungsempfehlung hat nur solange Gültigkeit, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Mittelfristig ist es das Ziel, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen COVID-19 anbieten zu können.

Grundlage: Coronaimpfverordnung

Grundlage für die Priorisierung ist die Coronaimpfverordnung, die auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) basiert. In der Coronaimpfverordnung sind die Priorisierungsgruppen im Detail beschrieben.
Am 08. Februar 2021 wurde die Impfverordnung zum ersten Mal neugefasst; Hintergrund sind die  Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes und die Altersbegrenzung für dessen Einsatz in Deutschland. Die wesentlichen Neuerungen im Überblick:

  • In die Gruppen 2 „hohe Priorität“ und 3 „erhöhte Priorität“ wurden weitere Krankheitsbilder aufgenommen bzw. die bereits vorhandenen differenziert bzw. neu zugeordnet.
  • Es dürfen nun zwei (statt bisher eine) enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person oder von Schwangeren bestimmt werden, die dann zur Priorisierungsgruppe 2 gehören.
  • Menschen mit einer Erkrankung, die in der Impfverordnung nicht genannt wird, können eine hohe oder erhöhte Priorität haben, wenn mindestens ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer COVID-Infektion besteht. Dazu bedarf es eines Attestes, das ausschließlich berechtigte Einrichtungen ausstellen dürfen, die von den obersten Landesgesundheitsbehörden und den von ihnen bestimmten Stellen hiermit beauftragt wurden.

 

Die STIKO legt in ihrer aktualisierten Impfempfehlung dar, dass bei der Priorisierung nicht alle Krankheitsbilder und Impfindikationen berücksichtigt werden konnten. Deshalb seien Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen und somit den Impfzentren, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft insbesondere Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann. Rechtliche Grundlage für die Impfpriorisierung ist die Coronavirus-Impfverordnung, die auf den Empfehlungen der STIKO beruht.

Unter der Berücksichtigung der Impfquoten, der Erhebungen zur Impfakzeptanz sowie der Studien zur Impfeffektivität und -sicherheit wird die STIKO die Empfehlung zur COVID-19-Impfung regelmäßig evaluieren. Sie wird den wissenschaftlichen Stand zum Erkrankungsrisiko und zu den Impfstoffen, die bereits zur Anwendung kommen oder kurz vor der Zulassung stehen, fortlaufend prüfen und ihre Empfehlung gegebenenfalls anpassen. Eine erste Aktualisierung erfolgte am 8.1.2021, die zweite Aktualisierung wurde am 29.1.2021 veröffentlicht.